CAQ AG Factory Systems
Menü Suche

"Am Anfang war die Idee" - Durchgängigkeit mit APQP von Anfang an

Fachartikel aus der QZ 4/2008 - Bereits während der Produktentwicklung wird die künftige Qualität definiert und damit der Produktlebenszyklus der Innovation. Doch Verkürzungen der Produktlebenszyklen verbinden sich mit stetig steigenden Qualitätsforderungen bei einem ebenso stetig steigenden Kostendruck. Die CAQ AG Factory Systems bietet eine Lösung, bei der der Produktentstehungsprozess mit Software optimiert wird.

Die Automobilindustrie fordert eine permanente Steigerung der Effizienz des Produktentstehungsprozesses (PEP), was eine ebenso kontinuierliche Optimierung der Entwicklungsphasen sowie der Herstellungsprozesse erfordert. Diese Leistung wird heute mittels des Advanced Product Quality Plannings (APQP) realisiert. Zur Gewährleistung der Kunden- und Normenanforderungen definiert APQP sämtliche Schritte innerhalb des Produktionsprozesses und stellt diese in einem strukturierten Ablauf dar. Adaptiert auf die individuellen Anforderungen des jeweiligen Produktionsprozesses kann nahezu jeder Bereich der Prozessentwicklung erfolgreich auf diese Methodik zur Erstellung seines unternehmensspezifischen Produktentstehungsprozesses zurückgreifen.

Der PEP beschreibt die Arbeitsabläufe von der Idee für ein neues Produkt bis zu dessen Herstellung und Einsatz. Dabei werden im Projektverlauf verschiedene Reifegrade und Meilensteine durchlaufen. Eingebettet in ein QM-System nach ISO 9001 oder TS 16949 bietet APQP zahlreiche Funktionalitäten, die den wiederkehrenden Produktentstehungsprozess optimieren:

  • Design- und Prozess-FMEA (Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse) als systematischer Ansatz zur Identifizierung potenzieller Konstruktions- und Prozessrisiken,
  • Prüfplan (Control Plan) inklusive Lenkungsmaßnahmen von Teilen und Prozessen mit Beschreibungen von Spezifikationen, Materialien und Funktionstests für Prototypen-, Vorserien- und Serienteile,
  • Flussdiagramm des Fertigungsprozesses als grafische Darstellung des vorgesehenen Arbeitsablaufs,
  • Arbeitsanweisungen mit detaillierten Beschreibungen der Prüfungen und Tätigkeiten, die der Werker durchführen muss.


Bild 1. Der Produktentstehungsprozess wird im CAQ-System abgebildet

Von der ersten Planung des unternehmenseigenen PEP über die Verfolgung der jeweiligen Projektabläufe bis hin zu seiner automatischen Dokumentation kann ein CAQ-System sämtliche Unternehmensprozesse und die dazugehörige Projektverfolgung realisieren (Bild 1).

Softwaregestützte Produkt- und Prozessentwicklung

So ist es möglich, mit dem Start eines Projekts direkt die zugehörige FMEA anzustoßen und die hieraus resultierenden Ergebnisse wiederum in weiteren Schritten der Prüfplanung und Prozessplanung (Control Plan) einfließen zu lassen. Auch wenn am Ende des PEP eine Erstbemusterung durchgeführt werden soll, liegt die Basis dafür ebenso schon vor wie für die erforderlichen Messsystemabnahmen oder den Nachweis zur Prozessfähigkeit.

Die vorrangig für den Automotive-Sektor aktive Roth Kunststofftechnik GmbH stellt hohe Anforderungen an die Softwareumsetzung ihrer Produkt- und Prozessentwicklung. Mit der CAQ AG Factory Systems fand man ein CAQ-System, das es erlaubt, die vollständigen Anforderungen der Kunden und der TS 16949 im Rahmen der Produkt- und Prozessentwicklung abzubilden. Heute kann man bei Roth dem Kunden jederzeit einen vollständigen Projektstatusbericht inklusive FMEA, Prüfplan, Fähigkeitsnachweis und Erstbemusterung auf Knopfdruck zur Verfügung stellen. Das System wurde um ein zentrales Maßnahmen- und Eskalationsmanagement zur automatischen Überwachung der in den Projekten erzeugten Termine, Aufgaben und Maßnahmen ergänzt. Die Verantwortlichen erhalten durch das System übersichtliche To-do-Listen, die sie auch direkt bearbeiten und mit den aktuellen Projektfortschritten aktualisieren können. Insbesondere konnte auch die Durchlaufzeit der Projekte deutlich verringert werden, da bei der Erstellung der erforderlichen Inhalte innerhalb des CAQ-Systems auf eine selbstlernende Wissensdatenbank zugegriffen werden kann.

Die Spezialisten für galvanische Oberflächenveredlung der Fischer GmbH fanden mit der CAQ AG Factory Systems ebenfalls den geeigneten Partner. Hier wurde ein Anbieter gesucht, dessen Software durch eine modulare Struktur auf die Anforderungen des Betriebs abgestimmt werden kann. Im Sinne der Kostenminimierung sowie unter Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen sollte die Modularität einer Standardsoftware genutzt werden, um schrittweise zu einem individuellen Qualitätsmanagementsystem heranzuwachsen. Dabei wurde nicht nur auf die Unterstützung des CAQ-Systems im Rahmen der Produkt- und Prozessentstehung, sondern auch im gesamten Produktionsprozess geachtet. Auch darüber hinausgehende Kriterien wie die einfache, standardmäßige Integration in das vorhandene ERP-System sowie die einfache Anbindung aller vorhandenen Messsysteme ließen schließlich die Entscheidung zugunsten dieser Lösungen fallen.


Bild 2. QDrive.Net - Zentrale Qualitätssteuerung mit individueller Workflow-Steuerung

Bei dem international tätigen Konzern Federal-Mogul lag der Schwerpunkt auf einer weltweiten Zugriffsmöglichkeit. Sämtliche Qualitätsdaten der in Nürnberg ansässigen Spezialisten für Automobilmotorenbau sollten künftig auch in der Zentrale des US-Konzerns einsehbar sein. Auch hier konnte die Standardsoftware der CAQ AG Factory Systems entsprechend individualisiert werden, sodass die Daten heute via QM-Intranetoberfläche bei Bedarf auch mehrsprachig angezeigt werden können.

Transparenz für den Produktionsprozess

Durch Abdeckung des gesamten Produktionsprozesses sowie die einfache Anbindungs- bzw. Integrationsfähigkeit peripherer Systeme oder bestehender Kontroll- und Steuerungsmechanismen dient ein CAQ-System heute dem gesamten Produktionsablauf. Mit dem Einsatz des softwaregestützten Produktentstehungsprozesses können nicht nur die Bearbeitungszeiten erheblich reduziert, sondern auch die internen Abläufe durch die neue Transparenz wesentlich optimiert werden. Dies wiederum garantiert die effiziente Nutzung von vorhandenem Wissen.