CAQ AG Factory Systems
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CAQ-Success-Story
Neue Halberg-Guss GmbH

Qualität en bloc - Softwaregestützte Sicherung und Überwachung der Produktionsqualität

Halberg Guss produziert Motorblöcke, Zylinderköpfe und Kurbelwellen, die ihren weltweiten Einsatz in Personen- und Lastkraftwagen finden. Den steigenden Qualitätskriterien begegnet das Unternehmen zum einen mit einer Vielzahl von Prüfeinrichtungen. Zum anderen vertraut es auf eine softwaregestützte Qualitätsüberwachung, welche die Vorteile einer modularen Standardlösung mit den Möglichkeiten individueller Anpassungen verbindet.

Beschichtet mit einer hochwertigen Pulverlackierung – und somit dauerhaft korrosionsbeständig – verlassen die Gussteile die Produktionsstätten der Neue Halberg-Guss GmbH in Saarbrücken, Leipzig und Südafrika, um auf den Transferstraßen der Automobilhersteller zum vollwertigen Antriebsaggregat ausgebaut zu werden und somit das Herzstück eines Fahrzeugs zu bilden.

Vor dem Hintergrund stetig steigender Kraftstoffpreise und der Vorgabe, die Emissionswerte der Fahrzeuge permanent zu reduzieren, ist eine Gewichtsreduzierung von automobilen Bauteilen ein entscheidender Faktor geworden. Da Aluminium speziell für große Dieselaggregate auch aufgrund geringerer Geräuschdämmung ungeeignet ist, kommen im Graugussbereich verbesserte Entwicklungsmethoden und Gießerei-Techniken zum Einsatz. Die immer dünner werdenden Wandstärken der Bauteile stellen hierbei hohe Ansprüche an die Materialeigenschaften. Diese Selbstverständlichkeit höchster Qualität ist bei Halberg Guss ein wichtiger Bestandteil bei der täglichen Fertigung mehrerer hundert Tonnen Automobilguss. Ergänzend zu einer Vielzahl von Prüfeinrichtungen, vertraut das etwa 2.400 Mitarbeiter große Unternehmen auf eine softwaregestützte Sicherung und Überwachung der eigenen Prozesse und Produktionsqualität.

Standardsoftware als Basis

Um das Qualitätswesen zu konsolidieren und die vielfältigen Prüf- und Messprozesse in einem System verwalten zu können, entschied sich Halberg Guss im Jahr 1998 nach umfangreicher Marktanalyse für den Einsatz der Qualitätsmanagementsoftware CAQ.Net® der CAQ AG Factory Systems.

„Unser Ziel war die Implementierung einer Standardsoftware, mit der wir unsere Fertigungsprozesse überwachen, Reklamationen dokumentieren und bearbeiten, FMEAs zentral administrieren und unsere Prüf- und Messmittel gesamtheitlich verwalten und überwachen konnten. Statistische Auswertungen sollten nach bestehenden Standards und in Form individueller Reports und Grafiken definier- und abrufbar sein. Wichtig war ebenso eine automatisierte Schnittstelle für Messprotokolle von 3D-Koordinatenmessmaschinen, welche stichprobenweise die Serienprozesse überwachen“. Ausführliche Gespräche zwischen der CAQ AG, der Fachabteilung Qualitätssicherung sowie der IT von Halberg Guss bestätigten auch die Möglichkeiten individueller Anpassung der CAQ-Software und zeigten darüber hinaus die konkreten Erweiterungsmöglichkeiten im Bereich der Qualitätssicherung auf.

Modulares System

Durch die modulare Struktur sowie ergänzende, individuelle Anpassungen wurde schließlich ein gesamtheitliches System geschaffen, welches heute aus den Modulen der Statistischen Prozesssteuerung (SPC mit Compact.Net), der Prüf- und Messmittelverwaltung (PMM.Net), der Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA.Net) sowie dem Reklamationsmanagement (REM.Net) besteht.

Über die automatische Betriebsdatenerfassung (APE.Net) liefern diverse Subsysteme ihre Daten aus Serienprüfungen über unterschiedliche Dateiformate an das QS-System und werden dort automatisch den ihnen zugehörigen Prüfaufträgen zugeordnet. Das Quality Connect System (Connect.Net) sorgt für einen permanenten automatischen Import diverser Stammdaten aus dem übergeordneten ERP-System beziehungsweise anderen Datenbanken mit QS-relevanten Stammdaten.

Die eingesetzten Module sind zu einem integrierten System vereinigt. In Compact.Net werden alle Prüfpläne erstellt und von der Wareneingangs- über die prozessbegleitende Prüfung bis zur Warenausgangskontrolle alle Prüfungen abgewickelt. Dabei greift man flexibel auf die jeweils angemessene Prüfstrategie zurück: normierte Wareneingangsprüfpläne nach ISO 2859 und 3951 in allen Ausprägungen (zum Beispiel normal, verschärft, reduziert), flexible Skip-Lot-Verfahren oder beliebig definierbare und prozessbegleitende Prüfungen. Die Bandbreite reicht von einzeln zu bestimmenden Bedarfsprüfungen über freie Intervallprüfungen mit beliebigen qualitativen oder quantitativen Merkmalen bis hin zur mathematisch-statistisch exakt formulierten SPC-Prüfung oder SPC-Nestprüfung.

Die Prüfdaten selbst gelangen auf verschiedenen Wegen in das System: Dialogeingaben oder elektronische Handmessmittel mit akustischer oder optischer Rückmeldung per Kabel oder Funk ohne individuelle Programmierung über RS-232-Schnittstelle oder USB-Port.

Die für die Prüfungen verwendeten Prüf- und Messmittel verwaltet das Modul PMM.Net. Dort werden die Einsatz- und Lagerplätze, die Ausleihe sowie die Prüfintervalle geführt. Für stückzahl- oder nutzungsabhängige Prüfintervalle wird die Anzahl der mit einem Prüfmittel durchgeführten Messungen von Compact.Net an PMM.Net zurückgemeldet. Soll ein zur Prüfung fälliges Prüfmittel in einer Prüfung zum Einsatz kommen, so erfolgt ein entsprechender Hinweis vom System an den jeweiligen Prüfer. Hierbei ist einstellbar, ob der Prüfer das Prüfmittel dennoch benutzen kann oder ein alternatives Prüfmittel aus der Liste der geeigneten auswählen muss.

In die Fertigungsstraße integriert

Bei Halberg Guss bereits vorhandene Mess- und Prüfeinrichtungen (3D Kmm, Härte, Zugfestigkeit u. a.) sind über die automatische Prüfdatenerfassung APE.Net an das CAQ-System angebunden, sodass sich das System lückenlos in die bestehende Fertigungsstraße integrieren ließ. Die Implementierung konnte der Kunde selbst kostengünstig durchführen. Aufwendige Anpassungen der vorhandenen Messsysteme waren nicht erforderlich.

Die über die genannten Wege erfassten Daten werden hierbei über die Prüfauftragsnummer im Hintergrund automatisch den zugehörigen Prüfaufträgen zugeordnet und in einer zentralen Datenbank gesammelt und stehen als Grundlage für die Lieferantenbewertung oder APQP- und PPAP-Aktivitäten auch anderen CAQ-Modulen zur Verfügung. Hierin unterscheidet sich die CAQ AG von großen Wettbewerbern: Viele bieten einzelne und somit teure Module für die Wareneingangs-, Warenausgangs- und SPC-Prüfung an.

Alle Prüfungen von der Wareneingangs- über die prozessbegleitende Prüfung bis zum Warenausgang lassen sich in einem Prüfplan abbilden. Dieser beinhaltet bis ins Detail skalierbare Testverfahren, die die Prozesse vollautomatisch nach Ausreißern, Trends, Runs oder sonstigen Effekten untersuchen und im Fall der Fälle Alarm schlägt und einen definierten Personenkreis automatisch per E-Mail über Prozess- und Toleranzverletzungen oder sonstige Prozessanomalien informiert.

Für den Mail-Versand kann der Kunde die bestehenden Systeme wie MS Outlook, Lotus Notes oder Groupwise mit den darin vorhandenen Kontaktdaten nutzen. Die erkannten Prozessverletzungen werden dabei vollautomatisch in der jeweiligen Prüfung – bis hin zum einzelnen Bauteil – dokumentiert und sind lückenlos rückverfolgbar – über sämtliche Fertigungs- und Prozessschritte bis zum einzelnen Messwert.

Reklamationen zentral erfasst

Neben der Mail-Benachrichtigung werden aufgetretene Fehler auf Wunsch auch an das Reklamationsmanagement REM.Net gemeldet. Hier lassen sich alle Reklamationen zentral erfassen, weiterbearbeiten und analysieren. So sind alle Reklamationen, die ein Bauteil betreffen, lückenlos erfasst und lassen sich beispielsweise auch für eine umfassende Lieferantenbewertung heranziehen. Die Daten müssen nicht aus verteilten Systemen mühsam zusammengesammelt werden, sondern stehen auf Knopfdruck zur Verfügung.

Halberg Guss setzt das Reklamationsmanagement überdies auch standortübergreifend ein. Alle Reklamationen der angeschlossenen Werke sind in einem System erfasst und werden dort umfassend ausgewertet. Christoph Busch hat die immer wiederkehrenden Auswertungen als Muster definiert und erhält so regelmäßig die gewünschten Übersichten und Statistiken mit einem Mausklick. Ähnlich der Rückverfolgbarkeit in Compact.Net kann fast jedes erfasste Detail ausgewertet werden.

Das Reklamationsmanagement greift dabei auf die gleichen Fehlerkataloge zurück wie FMEA.Net. Auf Wunsch lassen sich für einen Artikel erfasste Fehler automatisch an FMEA.Net zurückmelden, sodass die betroffenen FMEAs in der nächsten Teamsitzung auf gegebenenfalls erforderliche Anpassungen überprüft werden können. Eventuell wurde ein möglicher Fehler beim Erstellen der FMEA überbewertet oder ein aufgetretener Fehler nicht vorhergesehen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Prozess- oder Produkt-FMEA handelt. Ebenso erwarten die Kunden auch FMEAs nach den unterschiedlichen Normen. Sie sind alle in FMEA.Net abgebildet. Sollten bei der Überarbeitung einer FMEA neue Prüfungen ergänzt worden sein, lassen sich diese wiederum an die Prüfplanung in Compact.Net weitergeben. So entstehen keine Verluste an Prozessschnittstellen. Störungen lassen sich lückenlos verfolgen, und die kontinuierliche Verbesserung wird tatsächlich gelebt.

Lückenlos arbeitet auch die vollautomatische Standardschnittstelle Connect.Net. Über sie werden alle Stammdaten ausgetauscht und laufend aktualisiert. Ebenso lassen sich wechselseitig ereignisgesteuert Prozesse im jeweiligen Partnersystem starten. Zum Beispiel werden im CAQ-System bei der Bestellung von Artikeln Wareneingangsprüfungen angemeldet. Ist später für diese Artikel der Wareneingang gebucht, so werden die Prüfungen im CAQ-System fällig.

Nach durchgeführter Prüfung wird das Ergebnis an das ERP-System gemeldet und dort weiterverarbeitet. Die qualitätsrelevanten Daten bleiben selbstverständlich im CAQ-System. Bei Connect.Net handelt es sich um eine vollständig programmierte, über Protokolle gesteuerte Standardschnittstelle. So lässt sie sich jederzeit von Halberg Guss anpassen und erweitern.

Für alle Kunden nutzbar

Ergänzend zu derartigen Individualisierungen flossen weitere Anforderungen von Halberg Guss in die Umsetzung der Kernsoftware Compact.Net ein, die heute für alle Kunden des Softwarehauses nutzbar sind. Solche System­erweiterungen sieht der IT-Anbieter im Sinne des eigenen Servicegedankens: Wiederkehrende Anforderungen an die Software oder spezielle Sonderlösungen werden – je nach Frequenz der Nutzbarkeit – auch für den weiteren Anwenderkreis im Rahmen regelmäßiger Software-Updates zur Verfügung gestellt und sorgen so für eine kontinuierliche Fortentwicklung der Software und Anpassung an die wachsenden Bedürfnisse der Endanwender.

Bei Halberg Guss schätzt man derartige Servicegedanken, die sich auch in dem Support widerspiegeln. „Wenn wir eine Frage zur Software haben, weiß ich, dass wir bei der Hotline statt einer Bearbeitungsnummer zur Protokollerfassung direkte und kompetente Antworten bekommen. Vor allem kann ich meinen Fragestatus jederzeit einsehen“, so Christoph Busch. „Ähnlich der Rückverfolgbarkeit eines Pakets wird mir auf der CAQ-Homepage jederzeit der aktuelle Status meiner Anfrage angezeigt.“


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