Fertigungsbegleitende Kalibrierung

Korrekt kalibrierte Prüfmittel sind ein essenzieller Bestandteil eines funktionsfähigen Qualitätswesens. Daher werden Prüfmittel in festen Intervallen entweder im eigenen Unternehmen oder durch externe Prüflabore auf ihre Funktionsfähigkeit und Genauigkeit hin überprüft und mit einem entsprechenden Etikett versehen. Was ist aber, wenn die Ungenauigkeit des Prüfmittels zwischen den Intervallen beispielsweise kurz nach der Kalibrierung im Labor eintritt? Wie kann man abschätzen, welche Teile im Interim falsch gemessen wurden?

Fertigungsbegleitende Kalibrierung
Zwischenkalibrierung während der Prüfdatenerfassung

Genau hier kommt die fertigungsbegleitende Kalibrierung ins Spiel. Hiermit kann die Überprüfung des Prüfmittels direkt am Messplatz und während der Prüfdatenerfassung mit sehr geringem Aufwand stattfinden.

Ausschussware signifikant minimieren

Wenn nun der tägliche Prüfzyklus beispielsweise eine Prüfung von 100 Teilen vorsieht, kann man mit der fertigungsbegleitenden Kalibrierung festlegen, dass nach einem beliebig einstellbaren Intervall anstatt des Prüflings das Prüfnormal gemessen wird. Diese Überprüfung findet während der laufenden Produktion statt. Das Prüfmittel muss nicht den Prüfplatz verlassen und der Prüfprozess wird nicht unterbrochen. Wenn nun bei einem täglichen Prüfzyklus von 100 Teilen angegeben wird, dass mit dem Prüfnormal eine Kontrollprüfung durchgeführt werden soll, fällt eine Unregelmäßigkeit beim Prüfmittel nach einer verhältnismäßig geringen Anzahl womöglich falsch gemessener Fertigungsteile direkt auf. Hierdurch wird die Produktion von Ausschussware signifikant minimiert.

Vorteile der Zwischenkalibrierung

Sollte man sich bei gleichem Prüfzyklus lediglich auf den festgesetzten Kalibriertermin von beispielsweise 1 Jahr verlassen, kann man nicht nachweisen, ab welchem Zeitpunkt die Unregelmäßigkeit auftrat. Dementsprechend schnellt die Ausschussproduktion von beispielsweise maximal 50 Teilen bei der fertigungsbegleitenden Kalibrierung auf womöglich über 30.000 Teile, deren Messergebnisse nicht einwandfrei nachgewiesen werden können. Dadurch, dass diese Kalibrierung im CAQ.Net-System hinterlegt wird, kann man im Nachhinein die Ordnungsmäßigkeit der durchgeführten Prüfungen auch konsequent belegen.

Immer auskunftsfähig

Die fertigungsbegleitende Kalibrierung findet direkt in der QS-Software Compact.Net statt und es muss nicht in die Prüfmittelmanagement-Software PMM.Net gewechselt werden. Die Kalibrierung findet somit während der Produktion am gleichen Messplatz und in der gleichen Software statt. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass die Kalibrierung ein direkter Bestandteil des Prüfprozesses wird: der Prüfprozess läuft, die Maske zur Kurz-Kalibrierung erscheint, die Messung mit dem Normal wird durchgeführt und der Prüfprozess läuft wie zuvor weiter. Über die intelligente Datenstruktur der Software CAQ.Net gelangen die Informationen aus der fertigungsbegleitenden Kalibrierung automatisch in das Prüfmittelmanagement und stehen dort der Prüfmittelhistorie und jeglicher Auswertemöglichkeit zur Verfügung. Durch diese Funktion kann man somit nicht nur die Produktion von Ausschussware erheblich minimieren, sondern ist auch jederzeit bezüglich des Kalibrierstatus seiner Prüfmittel auskunftsfähig.

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