Einsatz und Eignung von Risk.Net zur Erstellung AIAG/VDA konformer FMEAs bestätigt

Nach der Veröffentlichung des von AIAG und VDA harmonisierten FMEA-Handbuchs wurden in das Modul Risk.Net einige neue Features eingebaut und das Modul grundlegend optimiert, um die von der Richtlinie geforderten 7 Schritte korrekt abzubilden. Ganz im Sinne von PDCA erfolgte in diesem Zuge ein stetiger Soll-Ist-Abgleich der Modulfunktionalitäten und den AIAG/VDA Anforderungen gemeinsam mit Herrn Martin Werdich und Herrn Julian Häußler von der FMEAplus Akademie GmbH.

In einem intensiven Softwaretest hat die FMEAplus Akademie die Konformität des Moduls bestätigt und seine Eindrücke in einem Anwenderbericht zusammengetragen, welcher die Umsetzung der 7 Schritte in Risk.Net behandelt:

  • Schritt 1: Vorbereitung und Scoping
  • Schritt 2: Strukturanalyse
  • Schritt 3: Funktionsanalyse
  • Schritt 4: Fehleranalyse
  • Schritt 5: Risikoanalyse
  • Schritt 6: Optimierung
  • Schritt 7: Präsentation

Auch die im Bericht genannten Vorschläge dieser jüngsten Überprüfung von Risk.Net werden bereits evaluiert und zeitnah in der Software umgesetzt. Den vollständigen Bericht finden Sie hier:



Anwenderbericht Risk.Net FMEA der FMEAplus Akademie

Autor: Julian Häußer / FMEAplus Akademie GmbH (www.FMEAplus.de), Redaktion FMEA-konkret

Schritt 1: Vorbereitung und Scoping

Im View „Risk Analysis“ lassen sich in den Eigenschaften einer FMEA bzw. eines Formblatts alle notwendigen Informationen für die Vorbereitung und das Scoping dokumentieren. So können neben generellen Informationen die Teammitglieder und weitere Informationen für den FMEA-Formblatt-Kopf definiert werden. Zusätzlich können Kommentare, Grafiken und Dokumente angehängt werden. So können z. B. auch Blockdiagramme oder Prozessablaufpläne an die FMEA geknüpft werden. Da sich ein Formblatt erst auf Basis einer fertigen Struktur ableiten lässt, würden wir uns die oben beschriebenen Funktionalitäten ebenfalls im View „Structure Analysis“ wünschen, damit möglichst frühzeitig der erste Schritt abgeschlossen werden kann.

Schritt 2: Strukturanalyse

Die FMEA-Struktur kann im View „Structure Analysis“ grafisch erstellt und dargestellt werden. Bei Bedarf kann man auch mit mehr als 3 Hierarchieebenen arbeiten. Die Darstellung ist übersichtlich und das Anlegen der Systemelemente einfach und intuitiv. In diesem View werden mehrere bzw. alle Strukturen angelegt.

Schritt 3: Funktionsanalyse

Im gleichen View wird auch die Funktionsanalyse erstellt. Hier können zu jedem Systemelement eine oder mehrere Funktionen erstellt werden. Der untere Teil des Bildschirms „Function of Selected Element“ zeigt die Funktionen des im Strukturbaum markierten Systemelements an. Rechts daneben werden die untergeordneten Systemelemente mit deren Funktionen angezeigt. Per Drag and Drop können diese miteinander verknüpft werden.

Mit diesem Vorgehen kann die Funktionsanalyse regelkonform erstellt werden. Um das Arbeiten für Moderatoren und FMEA-Teams zu erleichtern, empfehlen wir die Möglichkeit, mindestens 3 Hierarchieebenen von Funktionen in Form von grafischen Funktionsnetzen darzustellen, sodass nicht nur die jeweils untergeordnete, sondern auch die übergeordnete Funktion gemeinsam sichtbar sind.

Schritt 4: Fehleranalyse

Analog zur Funktionsanalyse werden die Fehler auf Basis der Funktionen definiert und ebenfalls per Drag and Drop miteinander verknüpft. Die B-Bewertungen der Folgen werden dabei korrekt dargestellt und vererbt. Für die Fehleranalyse geben wir die gleiche Empfehlung wie für die Funktionsanalyse.

Zusätzlich können bei der Fehleranalyse im View „Failure Structure“ alle Fehlernetze einer FMEA grafisch angezeigt werden. Da Fehlernetze häufig groß werden können, empfehlen wir die Möglichkeit zu integrieren, einzelne Fehlernetze anzuzeigen.

Schritt 5: Risikoanalyse

Die Risikoanalyse wird in einem anderen View, „Risk Analysis“, durchgeführt. Hier werden die zuvor hergestellten Fehlerverknüpfungen hierarchisch dargestellt. Die IST-Maßnahmen werden per Doppelklick auf die Ursache definiert, ebenso die Bewertung des aktuellen Auftretens und der aktuellen Entdeckung. Neben den klassischen Attributen können weitere, wie Kommentare, Links, etc. hinzugefügt werden. Für die Übersichtlichkeit und um nachzuvollziehen, welche Ursachen bereits analysiert wurden, könnten die IST-Maßnahmen zusätzlich direkt in der hierarchischen Darstellung in Form eines „initial state“ angezeigt werden.

Um den IST-Stand auszuwerten und zielführend in die Optimierungsphase überzugehen, bietet das Tool im selben View eine Häufigkeitsanalyse der AP an. Diese zeigt grafisch übersichtlich die Aufgabenprioritäten und kann sehr gut auch als Teil eines Statusberichts genutzt werden.

Schritt 6: Optimierung

Für die Optimierung können zu jeder Ursache neue Maßnahmenstände bzw. „States“ angelegt werden. In jedem Stand können optimierende Vermeidungs- und/oder Entdeckungsmaßnahmen mit Verantwortlichem, Termin und Status definiert werden. Maßnahmenstände und Maßnahmen werden direkt in der hierarchischen Struktur übersichtlich angezeigt.

Das Eingabefenster für die optimierenden Maßnahmen könnte aus unserer Sicht noch etwas einfacher gestaltet werden, um noch schneller Maßnahmen definieren zu können.

Schritt 7: Präsentation

Die Ergebnisse können im neuen Formblatt gemäß AIAG und VDA methodisch korrekt dargestellt und exportiert werden. Die AP ist ebenso im Formblatt enthalten. Desweiteren bewerten wir es äußerst positiv, dass in der Darstellung im Formblatt bei den Folgen- und Ursachenebenen die zum Fehler zugehörigen Funktionen und Systemelemente dargestellt werden. Damit werden unübersichtliche Formblattdarstellungen vermieden und die Software ist auch hier tabellenorientierten Tools wie Excel deutlich überlegen.

Die AP-Häufigkeitsanalyse kann ebenfalls sinnvoll in die FMEA-Präsentation eingebunden werden, um schnell einen Überblick über die Anzahl der Restrisiken zu bekommen.

Unter dem Menüpunkt „Evaluation“ können weitere grafische Auswertungen bzgl. Maßnahmen und Bewertungen gefahren werden. Außerdem stehen weitere Views wie „Overdue Actions“ und „Actions/Responsibles“ zur Verfügung, um weitere Informationen aus der FMEA zu filtern.

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