CAQ AG Factory Systems
Menü Suche
Qualität im Fokus
ISO/TS 16949 und CAQ-Systeme in der Automotive-Branche

Qualität im Fokus – ISO/TS 16949 und CAQ-Systeme in der Automotive-Branche

Ein Pkw besteht aus rund 10.000 Einzelteilen und ungefähr 40 verschiedenen Werkstoffen. Um dafür zu sorgen, dass bei so vielen Teilen die Qualität und Sicherheit immer gewährleistet wird und über die einzelnen Baugruppen hinweg alles perfekt zusammenspielt, ist eine flächendeckende Qualitätssicherung unabdingbar. Es ist daher nicht verwunderlich, dass wohl kaum eine andere Branche im letzten Jahrhundert so viel für die Evolution des Qualitätswesens sowie die Standardisierung und Normierung von Prozessen geleistet hat, wie der Automotive-Sektor.

Dieses Vorgehen führte letztlich zu dem flächendeckenden Einsatz von Qualitätssystemen, welche unter anderem durch die Qualitätsnormen ISO 9001 oder ISO/TS 16949 geregelt werden. Der Aufwand für die Pflege dieser Systeme sowie der dazugehörigen Techniken und Prozesse sprengt allerdings die Grenzen von Papier und Stift oder MS Excel und ist ohne zielgerichtete Softwareunterstützung heutzutage kaum mehr zu stemmen. Aus diesem Grund wurden modulare CAQ-Systeme entwickelt, welche von Control Plan, SPC, Prüfplanung, Chargenverfolgung und Erstmusterprüfung bis hin zu Prüfmittelmanagement und dem Risikomanagementwerkzeug FMEA sämtliche Aspekte von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement mit einer Softwarelösung abdecken.

Qualität im globalisierten Umfeld

Betrachtet man die internationale Automotive-Welt, so erkennt man, dass auch im Bereich Qualitätsmanagement das Konzept der Globalisierung eine tragende Rolle spielt. Über die Jahrzehnte hinweg wurden in den verschiedensten Regionen der Welt Regelwerke und Konzepte geschaffen, um ein Höchstmaß an Qualität und Effizienz in der Produktion gewährleisten zu können. So gibt es den deutschen VDA mit seinen VDA-Bänden und dem QDX-Datenformat, die US-amerikanische QS 9000 mit 8D-Reports, APQP, FMEA und Prozesslenkungsplan oder die japanischen Qualitäts- und Fertigungskonzepte des Kaizen, Jidoka, Kanban und Poka Yoke mit ihren Ishikawa-Diagrammen und 5-Why-Fragetechniken. Um einige dieser zahlreichen Forderungen an das Qualitätsmanagementsystem von im Automotive-Bereich tätigen Unternehmen zu konsolidieren, entwickelte die IATF (International Automotive Task Force) zusammen mit dem Technischen Komitee der ISO die erstmals 1999 erschienene ISO/TS 16949.

ISO/TS 16949 und QS 9000

Analysiert man die ISO/TS 16949 etwas genauer, so erkennt man rasch, dass es sich hierbei gewissermaßen um eine „ISO 9001 Plus“ handelt. Der allgemeingültige Standard ISO 9001 wurde durch die IATF verschärft und um eine Vielzahl von Werkzeugen ergänzt. Mit APQP, SPC, Control Plan, FMEA, MSA und PPAP (Erstmusterprüfbericht) wurden Werkzeuge aus der QS 9000 übernommen, die letztlich auch die Erfüllung von kundenspezifischen Anforderungen (Customer Specific Requirements) stärker in den Fokus rückten. Auch zielt der Standard mit dem Einsatz des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) und der Fehlervermeidung nicht nur darauf ab, Fehler lediglich zu entdecken, sondern primär darauf, sie im Vorhinein präventiv zu vermeiden.

Software für mehr Effizienz

Unternehmen im Automotive-Sektor unterliegen in ihrem Handeln bekanntermaßen den strengen marktwirtschaftlichen Gesetzen der Globalisierung, rasch aufeinanderfolgenden Modellwechseln, Sicherheits- und Umweltauflagen, Kraftstoffeinsparungsbemühungen und einem immer stärker werdenden internationalen Wettbewerbsdruck, in dem die Qualität des Endprodukts von entscheidender Bedeutung ist. Die Umsetzung der zuvor genannten und flächendeckend geforderten QM-Werkzeuge bringt allerdings eine Datenmenge zu Tage, welcher man mit Papier und Stift oder einfachen MS Excel Lösungen nicht mehr Herr werden kann. Aus diesem Grund erfolgt immer häufiger der Einsatz eines CAQ-Systems wie CAQ.Net® von CAQ AG Factory Systems. Die verschiedenen Lösungen der CAQ AG bieten das perfekte System, um in diesem hart umkämpften und sich stetig wandelnden Umfeld erfolgreich zu sein. Denn das Softwareportfolio bietet sämtliche QM-Werkzeuge, die Unternehmen für ihre Zertifizierungen benötigen – ganz gleich ob nur ISO 9001 oder die im Automotive-Bereich elementar wichtige ISO/TS 16949.

Datentransparenz und Zentrale Qualitätssteuerung

Ein Faktor, der für die Aufrechterhaltung der ISO/TS 16949-Vorgaben von unermesslicher Wichtigkeit ist, ist die Datentransparenz. Durch die nahtlose Verknüpfung der Informationen, die innerhalb der einzelnen Qualitätssicherungsprozesse entlang der Wertschöpfungskette gesammelt werden, kann bei einem CAQ-System wie CAQ.Net® jederzeit ein klares Bild der Qualitätslage gezeichnet werden. Beispielsweise fließen Daten über Reklamationen aus dem Reklamationsmanagement in die Prüfplanung mit ein, im Prüfmittelmanagement gesperrte Prüfmittel können nicht für Prüfungen eingesetzt werden und die FMEA ist direkt mit dem Produktionslenkungsplan verbunden. Anhand eines durchgängigen assistentengesteuerten Prozesses werden in diesem Fall etwa Prozessablaufdiagramm, Prozess-FMEA und Control Plan intelligent und bidirektional miteinander verbunden. Über das gesamte Qualitätswesen thront letztlich ein Modul zur zentralen Qualitätssteuerung. Hiermit kann der Anwender beispielsweise Personen, Kunden, Lieferanten, Artikel, Maschinen oder Prozesse gezielt auswählen, und er erhält in Echtzeit eine Rückmeldung über die zu der jeweiligen Entität bestehenden qualitätsrelevanten Daten im gesamten System.

Einbindung in das ERP-System

Mit CAQ.Net® beschränkt sich die Datentransparenz aber nicht nur auf die Daten aus dem CAQ-System. Das System kann darüber hinaus direkt mit dem hauseigenen ERP-System verbunden werden. Über eine Standardschnittstelle werden Stammdaten und Bewegungsdaten zwischen dem Warenwirtschaftssystem und dem CAQ-System ausgetauscht. So werden beispielsweise die Artikelstammdaten synchronisiert oder die Wareneingangsprüfungen vollautomatisch im CAQ-System angemeldet, nachdem im ERP-System ein Wareneingang registriert wurde. Die direkte Kommunikation der Systeme erhöht die Prozesseffizienz im Unternehmen somit noch weiter.

Qualität geht alle an

Bei der neuen ISO 9001:2015 hat sich an der momentan oft noch recht beschränkten Rolle des Qualitätsmanagements in vielen Bereichen etwas geändert. Lapidar gesagt wird durch die Revision das Thema „Qualität“ zur Chefsache. Anstatt der Benennung eines Beauftragten der obersten Leitung wird die Verantwortung für qualitätsrelevante Angelegenheiten nun direkt an die Unternehmensführung weitergeleitet. Nicht zuletzt durch diese wichtige Änderung in der Norm wird es ab nun auch in der Chefetage notwendig werden, sich fundiert mit den Möglichkeiten und Werkzeugen der heutigen Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements auseinanderzusetzen. Dies gilt vor allem für den Automotive-Sektor – denn die neue Version der an die ISO 9001 angelehnte ISO/TS 16949 steht bereits in den Startlöchern und soll im Dezember erscheinen.

Zwar ist noch nicht viel über die neue Norm bekannt und es ist unklar, wieviel von der neuen ISO 9001 übernommen wird, doch hat die hierfür zuständige IATF bereits einige Neuheiten veröffentlicht. So sollen beispielsweise sicherheitsrelevante Bauteile und Prozesse in der ISO/TS 16949:2016 stärker im Fokus stehen und ein größeres Augenmerk auf das Thema Traceability (Rückverfolgbarkeit) gelegt werden. Darüber hinaus sollen die Themen Lieferantenmanagement und Corporate Responsibility sowie Compliance strenger geregelt werden. Neben Normenforderungen ist es aber auch der Wunsch nach Industrie 4.0 und vernetzter Produktion, die eine intelligente Digitalisierung des Qualitätswesens voraussetzt. Um qualitätstechnisch fit für die Zukunft zu sein, führt daher sowohl normentechnisch wie auch produktionstechnisch kaum ein Weg an einer leistungsstarken und vollständig integrierbaren CAQ-Softwarelösung vorbei.


Weiterführende Links